Zurück zum BlogHandschlag nach einer Einstellung im Handwerksbetrieb

Warum neue Mitarbeiter in der Probezeit kündigen

Neue Mitarbeiter kündigen in der Probezeit fast immer aus demselben Grund: Der Job ist ein anderer als der, der im Vorstellungsgespräch beschrieben wurde. Laut der Onboarding-Studie 2026 des Anbieters softgarden nennen 67,8 Prozent der Befragten genau diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Jobrealität als Kündigungsgrund.

Wie häufig kündigen neue Mitarbeiter in der Probezeit?

Jeder Sechste kündigt während der Probezeit — so fasst die softgarden-Onboarding-Studie 2026 ihr zentrales Ergebnis zusammen. Eine eigene Erhebung nur für das Bauhandwerk gibt es dazu nicht, die genannten Gründe decken sich aber mit dem, was uns Baubetriebe im Gespräch schildern: Der neue Mann war da, drei Wochen lief es ordentlich, dann kam er nicht mehr. Für einen Betrieb mit acht oder fünfzehn Leuten ist das kein statistischer Ausreißer, sondern ein Loch in der Kolonne mitten in der Saison.

Was ist der häufigste Grund für einen frühen Absprung?

Der Abstand zwischen dem, was im Gespräch gesagt wurde, und dem, was auf der Baustelle tatsächlich passiert. Im Handwerk sind das meistens vier Punkte: Fahrtzeiten und Montage, das tatsächliche Gewerk, die reale Arbeitszeit inklusive Überstunden und die Position im Team. Wer im Vorstellungsgespräch von Baustellen in der Region spricht und den Neuen dann in der zweiten Woche auf Montage schickt, verliert ihn — nicht weil Montage schlimm wäre, sondern weil sie nicht besprochen war. Ehrlichkeit im Gespräch kostet Sie den einen oder anderen Kandidaten. Unehrlichkeit kostet Sie den Mitarbeiter nach acht Wochen und die Suche beginnt von vorn.

Wie wichtig ist die Einarbeitung wirklich?

Wichtiger, als die meisten Betriebe denken. 60,6 Prozent der Befragten erleben laut derselben Studie kein strukturiertes Onboarding. Im Handwerk heißt strukturiert nicht Willkommensmappe und Schulungsprogramm. Es heißt: Am ersten Tag weiß jemand, dass der Neue kommt. Arbeitskleidung und PSA liegen bereit. Es ist geklärt, wie er zur Baustelle kommt und mit welchem Fahrzeug. Und jemand nimmt sich eine halbe Stunde, um zu zeigen, wie im Betrieb Material bestellt, Stunden geschrieben und Mängel gemeldet werden. Das ist kein großer Aufwand — aber wenn es fehlt, fühlt sich der Neue vom ersten Tag an wie ein Störfaktor.

Welche Rolle spielt der Chef oder der Polier?

Eine zentrale. 58,3 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen die Unterstützung durch Führungskräfte gefehlt hat. Im Baubetrieb ist die Führungskraft selten der Chef im Büro, sondern der Polier oder Vorarbeiter auf der Baustelle. Wenn dieser nicht weiß, dass er für den Neuen zuständig ist, fragt der Neue irgendwann nichts mehr — und ein Handwerker, der nichts mehr fragt, macht entweder Fehler oder ist innerlich schon weg. Es genügt, wenn der Chef vorher einmal sagt: Der ist neu, du bist sein Ansprechpartner, melde dich bei mir, wenn etwas nicht passt.

Was können Sie in den ersten sechs Wochen konkret tun?

Vier Dinge, die zusammen keinen halben Arbeitstag kosten. Erstens: Schreiben Sie das Stellenprofil so, wie die Arbeit wirklich ist — Montageanteil, Fahrtzeiten, Arbeitszeiten und Gewerk beim Namen genannt. Zweitens: Planen Sie den ersten Tag, bevor er stattfindet, inklusive PSA, Werkzeug und Fahrzeug. Drittens: Benennen Sie eine feste Ansprechperson auf der Baustelle und sagen Sie beiden Seiten Bescheid. Viertens: Führen Sie zwei kurze Gespräche, eines nach zwei und eines nach sechs Wochen, jeweils fünf Minuten mit einer einzigen Frage — passt es so, wie wir es besprochen haben? Wer diese Frage stellt, erfährt von Problemen, solange sie noch lösbar sind.

Häufige Fragen

Wie lange darf eine Probezeit dauern? Eine vereinbarte Probezeit ist nach Paragraf 622 Absatz 3 BGB längstens sechs Monate lang möglich, in dieser Zeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Das ist keine Rechtsberatung — prüfen Sie den aktuellen Stand und Ihren konkreten Arbeitsvertrag im Zweifel mit Ihrem Anwalt oder Ihrer Innung.

Was passiert, wenn ein von uns vermittelter Mitarbeiter in der Probezeit wieder geht? Dann suchen wir kostenfrei einen Ersatzkandidaten; den ersten Vorschlag erhalten Sie in der Regel innerhalb von vier Wochen. Die Einzelheiten dazu stehen in unseren häufigen Fragen.

Woran merke ich früh, dass jemand innerlich schon gekündigt hat? Meist an Kleinigkeiten: Er fragt nichts mehr, er kommt punktgenau und geht punktgenau, er meldet sich auffällig oft freitags krank. Ein kurzes Gespräch in dieser Phase kostet zehn Minuten. Eine Neubesetzung kostet Wochen.

Sie müssen eine Stelle gerade zum zweiten Mal besetzen? Sprechen Sie uns an — wir schauen uns gemeinsam an, woran es beim ersten Mal gelegen hat, und suchen einen Kandidaten, zu dem die Stelle wirklich passt.